Mehr Purpose bitte!

Aktualisiert: Aug 13

In unseren Gesprächen – ob in Coachings oder mit Freunden – merken wir in letzter Zeit vermehrt, wie die Frage nach der eigenen Balance im Leben lauter denn je wird. Oft wird diese Balance mit dem Sinnvollen, dem Sinnstiftenden oder dem Purpose in Verbindung gesetzt.

Dabei äussert sich die Frage nach diesem sinnstiftenden Sein nicht selten durch eine innere Stimme oder ein Bauchgefühl. Diese intuitiven Stimmen werden immer lauter, bis man ihnen Gehör schenkt à la «Mehr Purpose bitte!». Genau in diesem Moment des Zuhörens, des in sich Horchens und des neuen Wahrnehmens steckt die Magie des Wandels. Man lernt sich selber kennen – irgendwie neu, irgendwie anders. Hinterfragt das Vergangene, reflektiert das Gegenwärtige und beginnt das Ganze neu zu begreifen. In diesen Momenten sprechen die Wünsche des Herzens und des Bauches mit dem Kopf des Verstandes. In unserem gesellschaftlichen System – von welchem wir alle mehr oder weniger Teil sind – gelten sehr oft die Regeln des Verstandes.


Zeit. Leistung. Geld. Wert. Wahrscheinlichkeit. All das sind Tugenden des Intellektes. Wir zählen und messen. Damit wir ordnen können, Dinge erklären, kontrollieren, überblicken. Um aus Fakten mit unserem Denkvermögen kleine und grosse Pläne zu erschaffen und sie bewusst zu verfolgen. Wir messen die Welt und wir gewinnen dadurch Erkenntnis, ohne die wir nicht verstehen und handeln können. Wir brauchen den Intellekt. Zweifelsohne.


Es gibt jedoch auch Informationen, die wir nicht messen können. Daher sind sie so wichtig. Denn sie erlauben uns, den Kern einer Sache (anders) zu begreifen, unmittelbar ohne bewusstes System. Kreativität. Flow. Innovation. Unser inneres Wissen über diese Intuition können wir oft nicht mit Worten erklären, weil es eine andere Sprache spricht. Es ist anders und darum haben wir es – um durch eine weitere Perspektive das Ganze zu sehen und unseren Zielen, unserem individuellen «Ich» näher zu kommen.

Im Heranwachsen und in unseren alltäglichen Strukturen sind Zahlen, Daten und Fakten oft mehr Wert als Gefühle, Ideen oder das Unbewusste. Bereits in der Schule lernen wir den Trennscharfen Unterschied zwischen 0 und 1, dem Richtigen und dem Falschen. An den Universitäten üben wir Multiple Choice anstatt vernetztes Denken. Weil es seit der Aufklärung eine klare Trennung von Disziplinen gibt und das Vernetzen von Wissen zu unklar, zu wenig trennscharf scheint. In der Arbeitswelt angekommen, reden wir von «Facts and Figures» oder dem «Proof of Concept». Getrimmt zur Logik, zur schlüssigen Argumentation und dem stringenten Sein leben wir dahin. Begehen wir unser Leben und treffen Entscheidungen.


Und dann kommt diese Stimme. Die eigentlich schon immer in uns war. Will (wieder) gehört werden. Partout! Dieser Stimme sind Logik und Regeln egal. Diese Stimme, dieses Gefühl, diese Intuition hat ihre ganz eigene Welt des Sinns und des Seins. Erkennt den Purpose des Schaffens, der Balance und des Wirkens. Und genau darum geht es. Es geht darum diese beiden Pole zu erkennen, diese gleichermassen wert-zu-schätzen, diese zu einen. In sich. Im Leben. Um in diesem binären Sein des Ganzen die eigene Balance zu finden. Und mit dieser neuen Balance allenfalls auch einen neuen Sinn im persönlichen Sein.





Mr Spock von Star Trek via FAZ

48 Ansichten

© 2019 by solopreneurin