Let's talk about Money!

Aktualisiert: März 29

Im letzten Jahrhundert wurden die Weichen gestellt, sodass auch bei Frauen finanziell so richtig die Post abgeht. Ja, unser Lifestyle hat sich ziemlich verändert. Plakativ gesagt heisst das «weg von Herd und Haushalt» hin zu «Jobflow mit Familienglück». Dank guter Ausbildungen, selbstbestimmter Karrierepfade und der Unterstützung der modernen Männerwelt können wir – auch wenn es nicht immer einfach ist – ganz schön viel unter einen Hut bringen. Damit einher geht auch die finanzielle Unabhängigkeit.


Erstaunlicherweise gibt es nebst dieser neuen Unabhängigkeit auch eine Menge Unsicherheit. Eine Studie von Merrill Lynch und Age Wave aus 2019, die in den USA mit mehr als 2000 Frauen und 1000 Männern durchgeführt wurde, fand heraus, dass sage und schreibe 61% der Frauen lieber über den eigenen Tod als über Geld sprechen. Über Geld zu sprechen, das heisst nicht nur, Löhne offen zu legen, sondern auch die eigenen Glaubenssätze zum Umgang mit Geld zu hinterfragen. Die Psychologie des Geldes ist ein spannendes Feld. So ist beispielsweise erwiesen, dass wir Frauen weniger investieren (und wenn, dann vorsichtiger) und uns weniger zutrauen, wenn es um das Thema Geld geht. Aber warum eigentlich?

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Oft erleben wir in unseren Coachings folgendes Muster: So, wie wir als Kinder den Umgang mit Geld in unserer Familie erleben (das ist die Money Biography), so sind unsere Glaubenssätze und Denkweisen über Geld (das ist das Money Mindset). Dieses Money Mindset beeinflusst schliesslich unser Verhalten und unseren Umgang mit Geld (das ist das Money Behaviour).


Um dieses Muster greifbarer zu machen, möchten wir euch gerne Linda, 31 Jahre alt, vorstellen. In der Freizeit gehen Linda und ihr Freund Constantin gerne in die Berge – sei dies zum Skifahren oder zum Wandern. An den Wochenenden gehört ein Cappuccino beim Lieblings-Barista ebenso zum Stadtbummel wie der kleine, aber feine Besuch bei Chanel (who can blame her?! :-)).


Dieser Lifestyle muss natürlich finanziert sein. Linda ist stolz auf ihren Master in Finance und arbeitet als selbständiger Businesscoach. Man könnte denken, dass Linda ihre eigenen Finanzen gut im Griff hat...

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Doch lasst uns mal einen Blick in ihre Vergangenheit werfen. Lindas Eltern hatten ein erfolgreiches Familienunternehmen. Jedoch mussten sie, als Linda noch klein war, aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten Konkurs anmelden. Die Familie hat alle Besitztümer verloren, die ihnen lieb waren. Lindas Vater hat immer gesagt «Reiche können stolz auf sich sein und dürfen ihren Erfolg auch zeigen». Also hat Linda beschlossen, einen Master in Finance zu absolvieren, um alles über Geld zu lernen und eines Tages das wieder zu erlangen, was ihre Familie einmal besass. Doch eine Ausbildung alleine kann per se nicht unser psychologische «Money Muster» verändern. So ist ein geldbezogener Glaubenssatz von Linda etwa «das letzte Hemd hat keine Taschen». Ja, Linda verdient überdurchschnittlich gut und könnte sich viel leisten, doch hinterfragt sie ihre «spending habits» nicht.


An diesem Beispiel von Linda lässt sich der Zusammenhang von Money Biography, Money Mindset und Money Behaviour gut erkennen:

  • Money Biography: Lindas Familie ist wohlhabend, verliert aber alles. Die Eltern leben Linda vor, dass man den Reichtum nicht verstecken soll.

  • Money Mindset: Linda glaubt, dass das letzte Hemd keine Taschen hat. Sie möchte allen zeigen, was sie erreicht hat...

  • Money Behaviour:... und gibt deshalb mehr aus, als sie sich leisten kann.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist es wichtig, dass wir uns bewusst sind, was uns geprägt hat, was uns unterbewusst leitet und wie wir schlussendlich handeln. In unseren Coachingstunden merken wir, dass gerade Frauen sich in ihren Money Mustern verblüffend ähnlich sind. Einerseits wird uns vorgelebt, dass wir jetzt – wo wir selbständig arbeiten und unser eigenes Geld verdienen – vorsichtig mit dieser neuen Freiheit umgehen müssen. Andrerseits beobachten Frauen auch, dass die Finanzindustrie sehr männlich geprägt ist und ziehen daraus fälschlicherweise den Schluss, dass dieses kühle, rationale Wissen vorwiegend von älteren Herren in Anzügen beherrscht wird (traut euch mehr zu Ladies!:-)).


Wir müssen beginnen, über Geld zu sprechen, uns für Geld zu interessieren, unsere Money Biography zu teilen, Money Mindsets zu challengen, um schliesslich gesunde und selbstbewusste Money Behaviours aufzubauen. Lasst uns endlich unser gemeinsames Money Muster gestalten. Denn immerhin bricht gerade ein neuen Jahrzehnt an!


photo credit: @thedailydose

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